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Wochenanzeiger, 2.12.2016




"Er zeigt uns immer etwas Neues"
Alt und Jung machen Schule in der WERKSTATT DER GENERATIONEN

 

München · „Jochen, kannst du mir dann zeigen, wie ich das sägen muss?“ Jochen Kusche, Münchner im Ruhestand, ist von Kindern umringt, denen er in der Werkstatt der Generationen als Senior-Experte sein handwerkliches Wissen vermittelt.
„Aber ich brauche dich auch noch. Kommst du dann danach zu mir?“ fragt der nächste Schüler.
Die Werkstatt der Generationen ist fester Bestandteil der Integrativen Montessori Schule an der Balanstraße, in der Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in den Klassen 1 bis 10 gemeinsam lernen.
Hier führen Ehrenamtliche der älteren Generation jede Woche mit den Schülern eigene Projekte durch und bringen so ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Leidenschaften als Senior-Experten und -Expertinnen in Unterricht und Hort ein. Die Projektinhalte werden von ihnen selbst bestimmt und mit den Pädagogen umgesetzt. Zudem werden den Schülern die Bedürfnisse gebrechlicher und dementiell erkrankter Menschen vermittelt und es findet ein Schülerengagement „Jung für Alt“ statt. Rund 45 Ehrenamtliche sind pro Schuljahr in der Werkstatt der Generationen aktiv und vermitteln hochmotiviert ihre Herzensthemen wie: Zeitzeugen, Modedesign, Handwerken, Kochen, Medienprojekte, Gesang, Theaterspielen, Lesepaten, Robotik, Physik und vieles mehr. Alt und Jung - von 6 bis zu über 100 Jahren - sind in der Werkstatt der Generationen im ganzen Schuljahr zusammen aktiv und entwickeln so Gemeinsamkeiten und Verständnis für ihre unterschiedlichen
Lebenswelten.
„Ich habe hier eine neue Aufgabe“, sagt Jochen Kusche über sein Engagement. „ Das ist wichtig, wenn man aus dem Berufsleben raus ist. Wenn ich mir für die Kinder etwas Neues einfallen lasse, dann bleibe ich fit. Und natürlich tut deren Begeisterung mir auch richtig gut.“ Und was meinen die Kinder? „Der Jochen hat viel Erfahrung, das ist toll“, sagt ein Mädchen. „Er zeigt uns immer etwas Neues, da kann ich echt viel von ihm lernen“, ergänzt ein Junge und ein anderer meint: „Erklären kann er auch gut und er ist total nett.“